Die Story von Dirk F.

Samstag, 4:45 Uhr. Der Wecker klingelt viel zu früh. „Pfingsten fährt man in Bimbach“ geht mir durch den Kopf. Pfingsten?, wir haben jetzt doch schon Juli! In diesem Coronajahr ist alles etwas anders, aber die Verschiebung des normalerweise zu Pfingsten alljährlich stattfindenden Radmarathons in den Juli hat sich als gute Entscheidung des Veranstalters herausgestellt. Die Inzidenzen in Deutschland sind niedrig, es gibt ein Hygienekonzept für die Teilnehmer und der Radmarathon kann stattfinden.

Ich bin gespannt, die Rhön im Sommer zu erleben. Im Frühling kann ich mich aus vergangenen Teilnahmen an ein Meer von verschiedenfarbigen Blüten auf den Wiesen der Hochrhön erinnern.

Also aufgestanden, Sachen zusammengepackt, das frühe Frühstück im Hotel eingenommen, schließlich benötigt man für so einen Marathon eine gute Grundlage.

Ab zum Start, Rad auspacken, Reifendruck prüfen und jetzt nur noch den Mitfahrer am Start finden. Gar nicht so schwer. Bei jedem Teilnehmer wird am Zugang zum Veranstaltungsgelände der negative Coronatest oder der Impfstatus kontrolliert. Dies geht zügig und es gibt auch keine lange Verzögerung. Am Startbogen treffe ich meinen Mitfahrer und schon sind wir auf der Strecke.

Jetzt bis zur ersten Verpflegung nach 48 km eine Gruppe finden, die gut läuft. Auch dies klappt gut und so rollen wir in einer Gruppe südlich um Fulda zügig durch den nebeligen Morgen zum Fuße der Rhön.

An der ersten Verpflegung schnell ein Brötchen verputzt und weiter in die ersten ernsthaften Anstiege der Tour. Es wartet die erste Rampe mit knapp 2 km und einer Durchschnittssteigung von 11%. Die ersten Fahrer schieben. Ich pedaliere den Anstieg hoch, mein Mitfahrer enteilt mir 50 m, ich kann dran bleiben, der Tag läuft gut. Wenn jetzt nur das Wetter hält. Mittlerweile fahren wir im Nebel und die Temperatur hat nicht mehr als als 11, 12° Celsius.

Nebenbei die zweite Verpflegung mitgenommen und jetzt geht es in die Hochröhn. Die zwei längsten Anstiege sind vor der Mittagsverpflegung zu erledigen. Am zweiten Anstieg oben reisst der Nebel plötzlich auf und die Sonne kommt heraus. Jetzt noch die Abfahrt und die warme Mittagsverpflegung in Bischofsheim wartet.

Nach Nudeln mit Gulasch geht es jetzt bei sonnigem Wetter weiter die Anstiege der Rhön hinauf. Und der Totmansberg mit 5 km bei 8% wartet. Mittlerweile ist es mächtig heiß geworden und ich quäle mich den Berg hinauf. Oben muss mein Mitfahrer auf mich warten. Aber jetzt geht es bis zur nächsten Verpflegung erst mal nur bergab.

Ich hänge mich in den Windschatten und wir erreichen die nächste Verpflegung. Weiter geht es jetzt auf Rollerstrecken durch die Rhön. Der nächste Anstieg wartet bei 200 km kurz nach der nächsten Verpflegung.

Dort schnell ein Würstchen und der Große Nickus wartet mit 3 km und einer Steigung mit bis zu 18%. Mit einem Lächeln wird auch dieser Anstieg bezwungen und in einen sommerlichen Nachmittag rollen wir durch Getreidefelder. Bald ist die letzte Verpflegung erreicht und von dort rollen wir mit mächtig Tempo auf den verbleibenden 30 km gen Bimbach.

Wie immer eine gelungene Veranstaltung mit vielen fleißigen Helfern des RSC 77 Bimbach e.V. Die Verpflegung war wie immer hervorragend und ein Kaloriendefizit hatte ich nach der Tour sicherlich auch nicht.