Nach Sonnenaufgang, die ersten Kilometer

„MSR300“ – unter Kennern steht das für Radfahren in der traumhaften Moränen- und Wasserlandschaft der Mecklenburger Seenplatte. Die Veranstaltung in Neubrandenburg feierte in diesem Jahr ihren fünften Geburtstag und sie hat sich inzwischen fest im Langstrecken-Veranstaltungskalender etabliert: 3500 TeilnehmerInnen waren in diesem Jahr dabei – darunter wir vom RCB mit 10 Leuten.

Die Pfeile sind beleuchtet! Wichtig für die Nachtfahrer

Die MSR ist kein Rennen, sondern eine Ausdauerfahrt für Jede und Jeden. Wir haben Leute jeder Gewichts- und Altersklasse mit Tourenrädern, MTBs, Pedelecs und natürlich auch eine Menge mit edlen Rennrädern gesehen. Die Tour wird in 3 Varianten angeboten: Mini MSR für Kinder, MSR90 exklusiv für Damen und eben die MSR300. Auf die 300er Strecke gehen alle 10 Minuten Blöcken mit maximal 140 Startern. Das beginnt bereits am Vorabend zwischen 20 und 22 Uhr für die Nachtfahrer, die Tagesfahrer starten dann am Samstagmorgen zwischen 4:30 Uhr und 7:00 Uhr. Nach je 40 km gibt es ein sogenanntes Depot mit üppiger und abwechslungsreicher Verpflegung – wer hat schon einmal Gewürzgurken, Haferbrei, Butterhörnchen oder gar schwedische Blaubeersuppe, Knäckebröd & Kaviar auf einer RTF gesehen?

Nun zu uns: Christian war unser Nachtfahrer – wir verabschiedeten ihn am Freitagabend nach Sonnenuntergang – den Sonnenaufgang postete er anderntags auf Strava zusammen mit einem 30er Schnitt! Elke startete auf der MSR90. Maria, Dirk, Thomas, Lutz, Oliver, Martin, Armin und unser „local“ Jens starteten um 5:50 Uhr.

Mit Polizeibegleitung ging es bei kühler und erfrischender Morgenluft aus der Stadt heraus, dann blieb die Gruppe noch eine Weile beisammen bis wir uns für unser eigenes, etwas schnelleres Tempo entschieden: 32 km/h, manchmal noch etwas mehr über die ersten 200 km. Dabei war die Strecke nicht vollkommen flach, sondern – wie das bei Moränenlandschaften eben so ist – etwas wellig. Also immer wieder kleine Spitzen, die man aber mit gleichmäßiger Leistung überwinden sollte, um nicht irgendwann einmal vor die Hunde gehen zu müssen. Immer wieder mussten große Gruppen überholt werden, was nicht ganz einfach war auf den zum Teil engen und manchmal auch etwas holprigen Straßen. Das RCB-Team konnte hier von der in vielen Dienstags- und Donnerstagsausfahrten eingeübten Fahrtechnik profitieren: Saubere Zweierreihe mit regelmäßigem Wechsel in einem – wie wir es nannten – „statischen Belgischen Kreisel“. Der Fahrer vorne links fährt nach vorne rechts, der nächste rückt nach, man fährt ein, zwei Kilometer in dieser Formation, dann wieder Wechsel. Unterwegs gabelten wir einige weitere Fahrer auf, die das System dann schön mitfuhren.

Unterwegs (ein Sportograf-Bild)

Erfahrungsgemäß gibt es bei jeder Tour irgendwann einmal einen Durchhängerso richtig schlimm war es aber bei der MSR nicht. Das Team hielt zusammen, bei Gegenwind und gefühlt giftigeren Wellen, während der Depot-Pausen wurden Absprachen über die Fahrweise getroffen – und dann folgten schon bald die Schilder „nur noch 100 – 90 – 80 km“ usw. – und dann waren wir im Ziel – sehr glücklich, stolz und zufrieden. Der Schnitt war immer noch bei 31,3 km/h, die reine Fahrzeit bei 9 Stunden und 30 Minuten.

Was hat uns unterwegs Kraft gegeben? Ganz sicher die vielen Leute in ihren Dörfern, Straßenfeste feiernd und den ganzen Tag die Fahrer anfeuernd, mit Rasseln, Trommeln, Techno-Musik oder einfach nur lauten Anfeuerungsrufen. Und dann auch noch die freundlichen und zuvorkommenden Helferinnen und Helfer in den Depots, die trotz des großen Andrangs die Nerven behielten und uns zuvorkommend bedienten.

Carbo- und Proteinloading (plus noch ein klares Stärkungsmittel) am Vorabend bei Freunden

Habt ihr Interesse, im nächsten Jahr wieder dabei zu sein? Entweder auf der 90er oder der 300er? Dann wendet euch an den Ressortleiter Breitensport (Thomas). Anmelden kann man sich jetzt schon und Jens hat auch bereits Übernachtungsplätze im Hostel reserviert.

Infos: