Frühjahrstour 2018 von Freitag, 6. bis Sonntag, 8. April

Diese berühmten Anstiege! Oude Kwaremont – Paterberg – Koppenberg – Taaienberg und die berüchtigte „Muur“ zur Kapelle in Geraardsbergen: Wir haben sie alle geschafft! Natürlich sind das heftige Steigungen, manchmal über 20% steil, kaum länger als 800 Meter, und mit hubbeligen, alten Kopfsteinpflaster ausgestattet. Aber mit etwas Geschick und Kraft kommt man problemlos hinauf. Man darf eben nur nicht hetzen…

Eine Woche nach dem Rummel der Jedermann-Tour und der Profi-Flandernrundfahrt war es auf den kleinen Sträßchen wieder einsam und beschaulich. Man begegnet kleineren Gruppen von Rennradfahrern, am Wegesrand werden die Zelte und Absperrungen der Tour abgebaut, hin und wieder ein Anwohner mit Auto, der dann bereitwillig für die Radfahrer zur Seite fährt. Man kommt an kleinen, schön renovierten Weilern vorbei, biegt um eine Ecke, schaltet zurück, schätzt mit etwas Respekt die Steigung und das in der Sonne schimmernde Kopfsteinpflaster ein und kurbelt dann möglichst gleichmäßig hinauf. Oben stehenbleiben, die Aussicht genießen selbst eines von den Kopfsteinpflaster-Fotos machen (schön dicht über den Steinen, im Vordergrund ein keuchender Radler und ganz hinten die weite Landschaft).

Am Samstagnachmittag waren wir zufällig auf einer offiziellen Rennstrecke unterwegs. Kein Problem: Ein hupendes Führungsfahrzeug kündigte die Gruppe an, man fuhr kurz an die Seite, dann rauschte eine von U23- und Elitefahrern vorbei, so schnell, dass man kaum ein paar Fotos machen konnte. An einer anderen Stelle trafen wir nochmals auf die Rennstrecke, angehalten von Streckenposten, die ihren Job sehr ernst nahmen.

An beiden Tagen hatten wir Glück mit dem Wetter: Am Samstag war es durchgehend sonnig und bei über 20 Grad konnte man endlich „kurz-kurz“ fahren. Der Sonntagmorgen deutete kurz die andere, nasse und matschige Seite von Flandern an, aber daraus wurde ein sonniger und warmer Tag.

Tipps:
  • Empfehlung zum Nachfahren: Die ausgeschilderten Strecken von Cycling in Flanders. Sehr gut beschrieben, dokumentiert mit schönen Fotos und Details, herunterladbar aus Strava und als GPX. Wir fuhren die Blaue, die Rote und in Teilen die Gelbe Route.
  • Fahrradausstattung: Mindestens 25er Reifen und Bergübersetzung. Alles gut befestigen, damit auf dem Kopfsteinpflaster nichts wegfliegt.
  • Centrum Ronde van Vlaanderen: Das moderne Museum direkt am Marktplatz im Oudenaarde zeigt die Geschichte und die Geschichten der Flandernrundfahrt mit vielen Originalteilen, Fotos und Schaubildern. Beschriftung nur in niederländischer Sprache. Praktisch: Für 2 Euro Duschen nach der Tour. Und ein Café gibt es auch. Dort schauten wir uns die letzten Kilometer von Paris-Roubaix an.
  • Essen und Trinken: Fritten (bei uns auf dem Jahrmarkt in Oudenaarde) sollte man natürlich probieren, aber man kann schön im Restaurant essen. Etwas höhere Preise als bei uns. Wir waren sehr zufrieden mit dem Compte de Flandre und der Brasserie Priojij Van Elsegem. Unterwegs gibt es immer wieder schöne Cafés zum Einkehren. Und als besondere Spezialität in Geraardsbergen: Die Mattentaart, z.B. beim t’Groot Kaffee am Marktplatz oder von Olavs Mattentaartenhuis in der Brugstraat. Und abends konnten wir die einschlägigen Biere probieren: Kwaremont, Westmalle (Tripel!), Leffe, Liefmanns und Dutzende weitere.
  • Hotel: Ganz neu ist das Hotel Leopold. Moderne Ausstattung, alles auf Radsportgeschichte getrimmt. Abschließbarer Fahrradraum (trotzdem an ein Schloss denken). Tipp: Direkt beim Hotel buchen, dann gibts ein Extra dazu