Bericht von Julian: Am letzten Sonntag, dem 4.9., war ich mit Markus beim Jedermannrennen „La 27ème Charly Gaul“ in Echternach/Luxemburg am Start. Während Markus schon ein alter Hase ist und seit gefühlten Ewigkeiten dort startet, war es für mich das erste Mal. Leider regnete es bei meiner Anfahrt (mit dem Auto) durch die Eifel bereits in Strömen und auch auf dem Weg zur Einschreibung wollte es nicht besser werden. Doch prompt nachdem ich die Einschreibungslokalität verließ, hörte es auf und wir konnten ohne Nässe von oben um kurz nach 10 auf die kürzere, offiziell 106 km lange Strecke mit 1567 hm (Profil B) gehen. Interessanterweise gibt mir Strava nach Höhenkorrektur 2159 hm aus.

Beim Massenstart (keine Startblocks, stand aber mit Markus weit vorne) kam ich nicht so richtig in die Puschen, so dass Markus bereits einen kleinen Vorsprung hatte. Nach einem leichteren Anstieg konnte ich ihn in einer vorausfahrenden Gruppe erspähen und versuchte ranzukommen, was letztendlich auf einem langen flachen Stück entlang dem Grenzfluss Sauer gelang, so dass wir einige Zeit zusammen fahren konnten (danke auch für die Führungsarbeit, Markus!). Bei einem erneuten Anstieg musste ich abreißen lassen. Ich fuhr dann auf einem erneuten Flachstück entlang der Sauer hinter einer großen Gruppe – leider konnte ich nicht aufschließen, weil sich bei meiner Aufholjagd einige Autos zwischen mich und die Gruppe gesetzt hatten. Dazu muss man wissen, dass die Strecke nicht gesperrt, sondern so ähnlich wie bei unserer Charity-Tour abgesichert war: Polizeimotorräder hielten den Gegenverkehr auf und an jedem Abzweig stand ein Polizist, der den Verkehr stoppte, sogar als ich mal ganz alleine durchfuhr. Trotzdem neigten die Rennteilnehmer besonders am Anfang dazu, die gesamte Straßenbreite einzunehmen, was dann bei Gegenverkehr (die Polizei konnte nicht überall sein!) zu lauten „Auto“ Ausrufen führte.

Beim heftigsten Anstieg des Tages, dem Côte de Groesteen (3,8 km und 7,4%), riss die große Gruppe auseinander, aber ich konnte ein konstantes Tempo fahren und hatte Markus irgendwo vor mir im Blick. Außerdem fasste ich neue Kraft, da plötzlich die Sonne rauskam. Auf der nachfolgenden welligen Hochebene war ich plötzlich ganz alleine und dachte: „Das war’s, Markus siehst du nie wieder.“ Wie er mir später erzählte, konnte er in der Gruppe durch Kreiseln das Tempo hochhalten. Kurz danach zogen dunkle Wolken auf und Gewitter setzte ein, glücklicherweise nur mit leichtem Regen verbunden. Trotzdem war ich mir nicht sicher, ob der Blitz echt war oder von einer Fotostelle kam 😀 (er war echt). Auf Grund dieses Wetters und der nassen Straßen, entschied ich mich dazu, ohne Risiko irgendwie durchzufahren. Nach einiger Zeit fanden sich auch wieder Fahrer mit ähnlichem Niveau, so dass ich mich wieder irgendwo anschließen konnte. Interessanterweise hatte ich in den Anstiegen teilweise die besseren Beine, während die anderen in den Abfahrten an mir vorbeirollten – ich war eben vorsichtiger auf nasser Straße.

Überrascht war ich, als ich an einem der letzten Anstiege Markus wieder erblicken und zu ihm aufschließen konnte. Er war durch einen Defekt am Pedal zurückgefallen und meinte, dass für ihn „die Luft raus“ wäre. Er ermunterte mich, doch noch vorbeizuziehen, so dass ich ca. 2 min vor ihm im Ziel war. Insgesamt kamen wir auf den Plätzen 161 bzw. 165 an, mit einem Schnitt von knapp unter 30 km/h und einer offiziellen Zeit von 3:32:24 bzw. 3:34:55 mit 34 min Rückstand auf den Sieger. Angesichts der Wetterverhältnisse, meiner vorsichtigeren Fahrweise und der teils knackigen Anstiege bin ich mit meinem Schnitt sehr zufrieden – bei Trockenheit wäre aber klar mehr drin gewesen, besonders in den Abfahrten. Stürze habe ich während der Fahrt keine erlebt, habe aber von einigen Stürzen gehört und auch im Zielbereich verwundete Fahrer gesehen.

Alles in allem: Die Strecke ist landschaftlich super – ich kann die Veranstaltung nur weiterempfehlen. Beim nächsten Mal hoffentlich bei trockenen Bedingungen!

4-iiii 4-9 4-9gg