Erlebnisbericht von Sabine:

Dieses Jahr haben Burkhard und ich zum dritten Mal hintereinander am Alpencup teilgenommen.

Los ging es am 20. Mai mit dem Amadé Radmarathon in Radstadt. Die drei Anstiege nach Forstau, Rohrmoos und Ramsau am Dachstein brachte ich gut hinter mich und für die nach der letzten Abfahrt folgende lange Flachpassage fand ich eine funktionierende Gruppe. Als es immer hektischer zuging, ließ ich abreißen und kurz danach krachte es auch schon; ein Teilnehmer flog durch die Luft und landete unsanft auf dem Rücken. Nach dem Flachstück war ein 12 km langer Anstieg zu bewältigen. Die letzten mehr oder weniger flachen 16 km, die ich allein fahren musste, raubten mir die letzte Kraft und Konzentration, so dass ich an der Zieleinfahrt vorbeifuhr und einige Minuten durch den Ort irrte. Statt der angekündigten 114 km und 1.580 HM zeigte mein Tacho 2.000 HM an. Zum Glück hatten wir an den beiden Vortagen die Strecke abgefahren, so dass wir auf die tatsächlichen Höhenmeter vorbereitet waren. Inzwischen hat der Veranstalter die Angabe auf 1.850 HM korrigiert.

 

Weiter ging es am 8. Juli mit dem Engadin Radmarathon in Zernez und 1.325 HM auf 97 km. Mein Lieblingsrennen, denn nach der Hälfte der Strecke gibt es so gut wie keine Höhenmeter mehr. Gleich nach dem Start war der Anstieg nach Ova Spin zu bewältigen. Nach der Abfahrt durchfuhren wir den endlos erscheinenden Tunnel Richtung Livigno, der normalerweise für Radfahrer gesperrt ist. Statt des für heute angekündigten Sonnenscheins war die Auffahrt zum Forcola di Livigno mit 8°C recht frisch und es fielen auch einige Regentropfen. In rasanter Abfahrt ging es zur Abzweigung auf den Berninapass. Als ich die Passhöhe erreicht hatte, fing es prompt an zu regnen, so dass ich anhielt und die Jacke anzog. Leider sollte dies kein kurzer Regenschauer sein, sondern sich zu einem heftigen Dauerregen entwickeln. DieAbfahrt nahm ich auf der regennassen Fahrbahn mit äußerster Vorsicht und auch die weitere Fahrt machte keinen Spaß. Teilweise blieb mir die Luft weg, wenn ich Wasserfontänen dicht vorbeifahrender Autos abbekam. Kurz vor dem Ziel schien der Regen etwas nachzulassen und tatsächlich war nachmittags das schönste Sommerwetter und die Radklamotten trockneten auf dem Balkon. Doch das üble Wetter hatte auch etwas Gutes: unverhofft fand ich mich in meiner Altersklasse auf der kurzen Strecke auf dem 3. Rang des Alpencups mit über eine Stunde Vorsprung auf die Viertplazierte wieder.

Die Voraussetzungen für das letzte Rennen, die Eddy Merckx Classic in Eugendorf bei Salzburg mit 1.050 HM und 107 km, waren denkbar schlecht. Wegen gesundheitlicher Probleme hatte ich nach dem Engadin wesentlich weniger auf dem Rad gesessen als geplant. Seit einer Woche hatte ich zudem eine starke Erkältung. Mein einziges Ziel war daher, heil im Ziel anzukommen. Nach dem ersten Anstieg gab es längere flache Stücke, die immer wieder von kurzen Stichen unterbrochen wurden, so dass ich es nicht schaffte, eine Gruppe zu halten. Kurze Zeit fuhr ich in der Gruppe um Eddy Merckx, bis halt der nächste kurze Anstieg kam … Eigentlich hatte ich nach 40 km mein Pulver verschossen und wäre gerne auf die Einsteigerstrecke abgebogen. So quälte ich mich weiter durch die wellige Landschaft. Einige Kilometer vor dem Ziel kam mir Burkhard entgegen und gab mir moralische Unterstützung für die restliche Strecke. Auch hier zeigte mein Tacho mit 1.386 HM einiges mehr als angekündigt an.

Mit diesem Rennen war der Alpencup für dieses Jahr abgeschlossen. Burkhard erreichte in einem starken Teilnehmerfeld den 11. Gesamtrang in seiner Altersklasse und ich stand tatsächlich auf dem Siegerpodest und durfte den Pokal für den 3. Gesamtrang in meiner Altersklasse auf der kurzen Strecke und die Gratulation von Eddy Merckx entgegennehmen. Burkhard hatte seinen Saisonhöhepunkt bereits Ende August mit der erstmaligen Teilnahme am Ötztaler Radmarathon erreicht.

Herzlichen Glückwunsch!