Am 2. September war der RCB mit drei Teilnehmern bei der 23. Auflage des luxemburgischen Jedermannrennens „La Charly Gaul“ in Echternach (Luxemburg) vertreten. Für die Strecke B (90 km, mit ca. 1.200 Höhenmetern) hatten sich Hugo (Hans-Georg), Jens und Markus (Autor) gemeldet. Mit unterschiedlichen Ambitionen gingen wir ins Rennen. Hugo wollte einfach nur vor 14 Uhr im Ziel sein. Jens wollte einfach mal unweit seiner Heimat mit Freunden mitfahren. Und ich peilte eine gute Platzierung im vorderen Drittel an.

Luxemburger Gelassenheit - Startbereich eine Stunde vor Beginn der VeranstaltungKälte oder Coolness?RTL - Kollege von HelmutStart des "Vorlaufes" - Strecke A (150 km)

 

Unser Rennen wurde um 10.15 Uhr auf dem Marktplatz in Echternach gestartet. Bei Temperaturen um die 14°C wurden über 700 Teilnehmer wie bei der Tour de France mit einem provisorischen Start auf die Strecke geschickt. Die Anfangsphase war sehr hektisch. Auf den ersten, flachen Kilometern fanden einige Positionskämpfe statt, um am ersten Anstieg eine gute Ausgangsposition zu ergattern. Dieser Hektik fiel Jens zum Opfer. Vor ihm fahrend platzte ein Reifen. Zwei Teilnehmer verhakten sich und er fiel über sie. Ihm selber ist nichts passiert, da er rechtzeitig aus den Clickpedalen kam. Die Carbonfelge eines Teilnehmers war nur unter einem Grill als Kohlenstoff von Nutzen.

An der ersten Steigung teilte sich wie immer die „Spreu vom Weizen“. Meine Position im Feld war recht gut. Ich hatte die Spitze im Blick hatte und einige Fahrer überholte. Nach den 7 km mit durchschnittlich 3,1 % und einigen Serpentinen befand ich mich in der zweiten Verfolgergruppe mit der Führenden der Frauenkonkurrenz. Leider musste ich schon am zweiten Anstieg abreißen, so dass ich schrittweise immer mehr zurückfiel.

Das Profil des diesjährigen Parcours war schwieriger als im Vorjahr. Mit sieben Anstiegen und einigen Wellen hatte ich ein langsameres Rennen erwartet. Die anderen Teilnehmer/innen waren jedoch sehr stark, so dass das Tempo der Spitzengruppen sehr hoch war. Im Gegensatz zu den Vorjahren fand ich keine Gruppen, so dass ich teilweise als Solist unterwegs war. Nachdem ich einmal falsch abbog und mich Rückenprobleme plagten, war ich mental bedient. Die abschließende, flache Schlusspassage bin ich relativ langsam ausgefahren. Hinzu kam noch der Gegenwind. An solchen Tagen läuft einfach nicht viel. Am Ortseingang von Echternach konnte ich mich wenigstens motivieren, in einer kleinen kleinen Gruppe zu einen Schlussspurt anzusetzen.

Im Ziel wurde ich mit offiziellen 2 h 56 min 17 s als 308. gewertet. Mein Tacho, den ich vor dem provisorischen Start startete, gab eine Streckenlänge von 93,2 km mit  1145 Höhenmetern an, die ich mit einen Schnitt von 32,2 km/h abfuhr. Dieser Schnitt war auch mein angepeiltes Ziel. Schmerzfrei wäre mehr möglich gewesen. Die Gruppe der besten Frau Catherine Delfosse aus Belgien kam nach etwas mehr als 2 h 38 min ins Ziel. Darunter befand sich auch der dreifache Sieger der Strecke B Peter Schroen, der das Rennen als 91ster beendete. Vor zwei Jahren kam er als Erster in Ziel.

Der diesjährige Sieger, Steve Decloux aus Belgien, siegte im Sprint aus einer Spitzengruppe in einer Zeit von 2 h 28 min 49 s. Die Gruppe aus 55 Fahrern hatte einen Vorsprung von über 5 Minuten auf die nächsten Fahrer, eine Gruppe aus drei Teilnehmern, herausgefahren. Die Leistungsunterschiede waren dieses Jahr mehr als offensichtlich.

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Hugo kam übrigens vor 14 Uhr ins Ziel. Im Gegensatz zu mir, hatte er sich auch eine Überblick über das Angebot der beiden Verpflegungsstellen gemacht. Die Veranstaltung hatte uns allen sehr gefallen. Auf dem mittlerweile gefüllten Markplatz glichen wir unseren Flüssigkeitsverlust wieder auf. Als Souvenir ergatterte ich mir noch ein T-Shirt einer luxemburgischen Brauerei. Für diese „Grüne Trikot“ musste ich nicht mal sprinten. Ein Foto mit einer Hostess reichte dafür aus.