Und es geht weiter mit einigen Eindrücken zu den neuen Gravel-Strecken in unserem Archiv. Nachdem wir in der vergangenen Woche gleich ganz hoch ins Siebengebirge auf den Großen Oelberg gefahren sind werden wir uns heute einige weitere der zahlreichen schönen Highlights im Siebengebirge anschauen – und wir bleiben damit wiederum auf den „braven“ gelben, fürs Radfahren zugelassenen Wegen:

35 km – 740 Höhenmeter – 55% Gravel – Komoot-Link: https://www.komoot.de/tour/307630742?ref=wtd

Skywalk Rabenlay

Vom Campus aus fahren wir zunächst wieder an den Gärten unterhalb von Ramersdorf vorbei und unterqueren die Autobahn. Noch kurz durch ein Wohngebiet, dann beginnt das Klettern. Einmal über die Brücke der A59 und dann in der Nähe der beiden im Wald versteckten Oberkasseler Seen (Blauer See, Dornhecken- und Märchensee, alles Relikte des einstmals umfangreichen Steinbruchs unterhalb des Röckesberges). Oben angekommen gibt es noch einige leichtere Wellen, aber wir können bereits von den extra angelegten Aussichtspunkten über das Rheintal schauen. Am höchsten Punkt, dem Kuckstein befindet sich die vor einigen Jahrgen eigens angelegte „Skywalk Rabenlay“: Ein über die Abbruchkante des alten Steinbruchkante hinausragender Steg, der einen atemberaubenden Blick über die weite Landschauft und hinunter in den Steinbruch bietet.

Weiter geht es auf weitgehend gleichem Level zum höchsten Punkt der Stadt Bonn, dem Paffelsberg (195,3 m ü. NHN), einer kaum wahrnehmbaren Erhebung im Gelände. Wir überqueren die Landstraße in der Nähe von Vinxel und fahren bald darauf hinunter in Richtung einer weiteren Landstraße. Nun kommen wir in die in den vergangenen Jahren regenerierte alte Kulturlandschaft rund um das ehemalige Zisterzienzerkloster Heisterbach (gegründet 1192). Ab jetzt wird wieder geklettert: 190 Höhenmeter über 3,7 km bis hinauf zum Petersberg (335,9 m ü. NHN). Das heutige für Steigenberger renovierte große Luxushotel spielte eine wichtige Rolle in der Geschichte der alten Bundesrepublik. Wir genießen die grandiose Aussicht von der Terrasse aus (seit einigen Jahren mit Biergarten).

RCB-Gruppe 2019 auf dem Petersberg

Ein Stück fahren wir auf der gut ausgebauten Zufahrtsstraße hinunter (und bauen hoffentlich keinen Unfall wie Leonid Breschnew 1973 mit seinem Gastgeschenk, einem schicken Mercedes) und dann weiter auf dem Waldweg in Richtung Einkehrhaus und unterhalb des Großen Oelberges zur Margarethenhöhe (Achtung – rund um die dortigen Wanderparkplätze sind meist viele Spaziergänger unterwegs, die nicht unbedingt den Sinn der Radrouten im Siebengebirge nachvollziehen können). Von hier können wir zügig über ca. 3 km bergab rauschen (auch wieder: Vorsicht bei Fußgängern), bis zum Milchhäuschen (eine der schönsten Ausflugsgaststätten im Siebengebirge) und weiter, bis wir auf die Zufahrtsstraße zum Drachenfels treffen. Hier fahren zwar keine Autos, aber dafür sind an schönen Tagen um so mehr Menschen zu Fuß und auf Rädern unterwegs – also wiederum Vorsicht!

Jetzt folgt die letzte Steigung, die man auf Asphalt auch gerne richtig mit Power fahren kann. Oben angelangt können wir uns mit dem absoluten Aussichts-Highlight des Siebengebirges belohnen: der Drachenfels – der angeblich meist bestiegene Berg Europas (was für die meisten Leute recht einfach ist, fahren sie doch einfach mit der Drachenfelsbahn hinauf. Die Aussichtsplattform vorne über dem uralten Steinbruch bietet weite Blicke auf das Rheintal, den Westerwald, die Eifel und hinunter auf Bad Honnef und Bonn. Wer noch die besondere Herausforderung sucht kann sich auf dem Fußweg bis ganz hinauf zur Ruine Burg Drachenfels fahren (oder schieben) – 320,7 m ü. NHN und damit 270 m über dem Rhein.

Ganz oben auf der Ruine Drachenfels
RCB-Gruppe im Sommer 2018 auf dem Drachenfels

Nun geht es bergab, zunächst ein Stück auf der gleichen Straße wie bei der Auffahrt, dann biegen wir nach links ab in Richtung Schloss Drachenburg (erbaut im Stil des Historismus 1884), kommen an dem auf der Höhe liegenden Lemmerz-Freibad vorbei, anschließend recht steil hinunter bis an den Ortsrand von Königswinter. Von hier könnte man locker am Rhein zurück fahren, aber wir wollen natürlich nochmal ein wenig klettern: Über einige kleine Wege gelangen wir zum Anstieg zum Jufa-Hotel. Nochmals hinunter auf der wenig befahrenen Zufahrtsstraße nach Oberdollendorf, dort durch den Ort bis zum Weinberg am Laurentiusberg. Dies ist die derzeit nördlichste Weinlage in Westdeutschland – wer weiß, vielleicht verlagert sich mit der Klimaerwärmung der Weinbau wieder weiter nach Norden… Ein letzter harter Anstieg – dann können wir unseren letzten Ausblick der Tour genießen: Weinreben, unten der zur Zeit leider geschlossene Weingut Sülz, Oberdollendorf und den Rhein. Zurück zum Startpunkt fahren wir zunächst durch den Wald, dann durch eine attraktive Wohnlage in Oberkassel. Geschichtsinteressierte können sich oberhalb des Sportplatzes in Oberkassel noch das Steiner Häuschen anschauen, die Reste einer mittelalterlichen Wohnanlage. In der Nähe wurden 1914 das Doppelgrab von Oberkassel entdeckt – eine Grablege aus der späten Eiszeit, sehr bedeutsam für die Forschung. Zurück zum Campus durch eine schön gelegene Wohnstraße und auf dem gleichen Weg wie bei der Abfahrt.