Von unserem Guide Thomas K.: Irgendwann nach 200 km war ich im Tunnel. Es war mir gefühlt 10 Grad zu kalt und zu windig. Meine Nase lief und tropfte unentwegt auf das Oberrohr, aber es war mir egal. Die Schmerzen an den Füßen wechselten sich mit denen im Rücken und am Po ab. Wenigstens die Beine funktionierten, während Anna-Lena und ich uns in Richtung Alt Schönau kämpften. Dort wartete das achte Depot. Klingt’s kryptisch? Depot hießen die Verpflegungsstellen bei der Mecklenburger Seenrunde. Dieses Jahr waren sechs RCB’ler am Start; Anna-Lena, Daniel, Jens, Lutz und Stefan V. und ich. Nach der Anreise am Freitag mit einem Grillevent am Abend bei Jens‘ Eltern ging es samstags um viertel vor sechs an den Start. Und um 6:20 Uhr wurde es für uns sowie etwa 200 andere Radler in unserer Startgruppe ernst. Bis zum zweiten Depot bei Kilometer 65 blieben wir sechs als Gruppe zusammen. Danach fuhren Daniel, Jens und Lutz als Team weiter. Anna-Lena, Stefan V. und ich setzten die Tour zu Dritt fort. Und auch wenn wir langsamer als die drei Schnellen unterwegs waren, sahen wir uns an den Depots immer wieder.


Die Strecke hatte es in sich. Es gab mehrere ruppige Pflasterpassagen und immer wieder Wellen, die einem -gepaart mit dem Gegenwind- einiges abverlangten. Gut, wenn wir eine Gruppe fanden. Besonders beliebt war dabei ein geschlossener Verband, dessen Teilnehmer aus Schweden kamen. Die waren in der Ebene flott mit einem 35er bis 38er Schnitt unterwegs und fuhren die Anstiege betont langsam. Jedenfalls so langsam, dass ich Gelegenheit hatte mich dabei zu erholen. Wann gibt’s schon sowas.
Allerdings gab es auch immer wieder Passagen, in denen wir auf uns gestellt waren. Blöd, wenn sich dann auch noch Leute hinten rein hängten und Null-Führungsarbeit leisteten. Und so waren wir am achten und vorletzten Depot eigentlich schon fix und alle. Auf den letzten 60 Kilometern war dann dank einer Gruppe aber irgendwie die Kraft zurück. Komisch, aber wahr. Und so waren wir nochmal flott unterwegs. Aber am Ende doch froh, im Ziel angekommen zu sein und es gemeinsam geschafft zu haben.


Abschließend ein paar Worte zur Veranstaltung. Die lebt ja sowohl von der schönen Landschaft (stimmt!) als auch von der guten Organisation und Verpflegung (stimmt auch!). Leider war es (für mich) bei Temperaturen von vielleicht 10 bis 15 Grad am Morgen entschieden zu kalt. Zudem wehte regelmäßig ein mitunter böiger Wind – wie immer überwiegend von vorne. Erst am Nachmittag zeigte sich die Sonne, was aber an den Temperaturen nicht viel änderte. Es hat sich auf alle Fälle gelohnt, trotz der 1.500 Kilometer Autofahrt. Es war eine Super-Truppe und es hat Riesenspaß gemacht. Und dass nach der Tour alle kaputt waren, ist ja völlig normal. Mal schau’n, ob es nächstes Jahr mit einer weiteren Teilnahme klappt. Ansonsten kann ich es jedem nur empfehlen, sich einmal dieser Herausforderung zu stellen. Erst recht in so netter Gesellschaft wie im RCB. 😃👍☀️